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Der Lokalbahnzug: Die Innenbeleuchtung

16. Juni 2020  Die Innenbeleuchtung Teil 1

 

Hallo zusammen,
im Moment bin ich dabei, die Wagenbeleuchtung zu planen und umzusetzen. Leider lässt eine Sendung mit Miniatur Stecker/Buchsen auf sich warten, drum gibt's zum generellen Vorgehen erst später einen Bericht. Allerdings habe ich schon mal einen Prototypen für eine Innenbeleuchtungs-Lampe gebaut.
Die früheren Gaslampen in den Personenwagen haben so ausgesehen:

Ausschnitt aus Foto aus Buch "Bayrische Reisezugwagen" von Alto Wagner

Ich nehme an, dass die spätere Elektrobeleuchtung so installiert wurde, dass die Glühbirnen eben statt der Gasstrümpfe eingebaut und verkabelt wurden. Daher habe ich mir aus einem EVERGREEN Rohr mit 4,5 mm Durchmesser und 4 mm Länge einen Lampenhalter gefertigt. Dazu aus einem Messingrohr 4x0,5mm einen 0,5 mm langen Zierring und aus 4 mm Rundplexiglas eine Lampe gedreht, mit 2000er Schleifpapier und XERAPOL poliert. Als Leuchtquelle dient eine 602er SMD Leuchtdiode (warmweiß), die in eine 2 mm Bohrung direkt in die Lampe eingeklebt wurde. Damit gibt es wieder ein indirektes Licht, das einer Glühbirne sehr nahe kommt. Hier ein paar Bilder vom Ergebnis:

Bei den "Serienlampen" werde ich wahrscheinlich Kupferlackdrähte anlöten, die tragen nicht so auf. In die Wagen kommen dann ins große Raucherabteil 3 davon, ins Nichtraucher-Abteil eine und - wenn vorhanden - eine ins Dienstzimmer. Der Abort wird nicht beleuchtet, da kommt die Decoderschnittstelle und der Funktionsdecoder rein. Dazu aber mehr in einem späteren Bericht, wenn die oben erwähnten zweipoligen Stecker/Buchsen endlich da sind!
Noch ein Tipp am Rande: Ich probiere die Lampen immer mit einer 3V Knopfzelle aus um sicher zu sein, dass die SMD LED beim Anlöten der Drähte nicht kaputt gegangen ist. Außerdem wird bei evtl. Verpolung die Diode nicht zerstört.

8. Juli 2020  Innenbeleuchtung Teil 2

 

Hallo zusammen,
nach längerer Pause wieder mehr von der Beleuchtung der Lokalbahnwagen. Der Grund für meine Abstinenz der letzten Wochen:
Ich wollte erst mal sehen, ob das was ich mir zur Beleuchtung ausgedacht habe auch funktioniert und musste noch ein bisschen Erfahrung sammeln, bevor ich euch darüber berichte.
Den ersten Prototyp einer Innenlampe habe ich euch ja schon im vorigen Post gezeigt, meine Überlegungen gingen aber noch wesentlich weiter. Die Beleuchtung sollte folgenden Kriterien entsprechen:

Minimierung des Kabelsalats soweit wie möglich durch
Entwurf einer Platine mit den Vorwiderständen für die Dioden"lampen" und 2-poliger Miniatur-Anschlussbuchse
Einer 8-poligen Buchse für den ESU Fx4.0 nach NEM652 (+ Buchse für das violette Zusatzkabel)
In die Platine integrierte Fassung der vier Stromabnehmer an jedem Rad per 0,3er Phosphorbronze-Draht
Möglichst vorbildgerechte Lampen mit möglichst kurzer fester Zuleitung in der Inneneinrichtung
Der Decoder wird im Abort-Raum platziert, weil man dort eh nicht reinsehen kann.
Es muss möglich sein, die Aussenbeleuchtung, den Betriebsraum und das Raucher- und Nichtraucher-Abteil
separat über den Funktionsdecoder zu schalten.
Das ganze soll dann einen demontierbaren Aufbau von Waggon-Fahrgestell, Platine mit Vorwiderständen/Buchsen und die Inneneinrichtung mit den Steckern für die Lampen und möglichst unsichtbare Stromabnehmer am Waggon-Unterboden ermöglichen.

Soweit mein Pflichtenheft für die Beleuchtung. Begonnen habe ich mit der Entwicklung der Platine (CorelDraw), hier das Ergebnis:

Das Bild zeigt die verkleinerte fünfte Evolutionsstufe der Platine. Dieses Layout wurde dann mit dem Tonertransfer-Verfahren als Abdeckung vor dem Ätzen auf die Platine aufgebracht. Ich habe bewusst vermieden, mit photobeschichteten Platinen zu arbeiten um die Verwendung von Entwickler etc. zu vermeiden. Das Tonertransferverfahren funktioniert in Kürze so:

  • Das Layout wird 1:1 mit einem Laserdrucker (bei mir: HP Laser107) auf einem speziellen Papier ausgedruckt. Ich habe die Seiten des Katalogs von Reichelt Elektronik dafür verwendet, andere Anwender benutzen Seiten aus dem SPIEGEL. Schreibmaschinen-Papier ist nicht geeignet, das saugt den Toner gleich auf.
  • Platine mit Aceton absolut fettfrei machen und das ausgedruckte Layout auflegen. Ich habe das Layout auf jeder Seite der Platine mit Tesafilm fixiert
  • Platine auf eine Leinen- oder Baumwollunterlage aufs Bügelbrett legen, eine Lage Tuch drauflegen und dann mit dem Bügeleisen drei Minuten quer, 3 Minuten längs und zum Schluss noch 1 Minute drauf liegen lassen. So wird der Toner auf dem Papier wieder flüssig und auf die Platine transferiert. Eine kurze Kontrolle zeigt, ob das Papier fest auf der Platine klebt
  • Nun muss das Papier aufgelöst werden. Dies geht am einfachsten, wenn man das Papier mit einem Badreiniger wie ANTIKAL einsprüht und das Ganze 5 Minuten einwirken lässt. Dann kann man das Trägerpapier vorsichtig abrubbeln. Sollte das Layout nicht vollständig übertragen sein, dann einfach mit Aceton wieder entfernen und noch mal versuchen!
  • Jetzt kann geätzt werden. Ich habe hierzu Natriumpersulfat benutzt. Das ist klar wie Wasser und macht keine Flecken wie z.B. EisenIIChlorid

Eine detailliertere Beschreibung ist hier nachzulesen:
http://thomaspfeifer.net/platinen_aetzen.htm

Der nächste Schritt ist dann das Einbringen der Bohrungen für die Bauteile. Die Bohrungen sind 0,3 / 0,5 / 0,8 je nach Erfordernis und die vier Stromabnehmer-Buchsen sind mit 3 mm gebohrt. Die fertige Unterseite der Platine sieht dann so aus:

Die Oberseite der Bodenplatte der Inneneinrichtung seht ihr hier:

Die vier Stromabnahme-Buchsen haben nach oben auch ein Gewinde M2, mit dem die Inneneinrichtung und die Platine miteinander verschraubt werden (siehe die vier Senkkopfschrauben). Da die Schraubenköpfe sich unter den Sitzreihen befinden, sind die im eingebauten Zustand nicht sichtbar. Gegenüber dem Wagenboden aus Messing muss das natürlich isoliert sein, deshalb sind die Stromabnahme-Buchsen mit Kunststoffeinsätzen isoliert. Die Teile sehen so aus:

Auf der Bodenplatte der Inneneinrichtung sind dann die Innenwände eingeklebt, ich habe dann als Halterung für die Lampen und als Kabelkanal ein EVERGREEN U-Profil und zwei Rahmen an den beiden Enden zusätzlich eingebracht. Das sieht dann so aus:

Was noch fehlt, sind die Lampen und deren Verkabelung mit Kupferlackdraht sowie die zweipoligen Buchsen, die in die Bodenplatte der Inneneinrichtung eingeklebt werden. Das und die Restarbeiten gibt's dann im nächsten Bericht zu lesen.

 

11. Juli 2020  Innenbeleuchtung Teil 3

 

Hallo zusammen,
und weiter geht's mit der Innenbeleuchtung. Als erstes noch ein Foto von der Oberseite der Platine, das habe ich im letzten Bericht vergessen:

Man sieht hier die Vorwiderstände für die Dioden, die fünf zweipoligen Miniaturbuchsen und die vier Stromaufnahme-Buchsen mit den M2 Gewinden zum Festschrauben der Inneneinrichtung.
Nun aber weiter mit den Lampen. Wie schon beschrieben habe ich als Leuchtquelle 603er SMD Leuchtdioden verwendet, die indirekt über den Plexiglas-Leuchtkörper leuchten und so ein gelbliches Licht machen.
Bei meinem Prototypen habe ich verschiedene Drähte ausprobiert. Die erste Lampe hatte dünne Kupferlitze, diese habe ich mit einem zusätzlichen Lampenhalter in den Betriebsraum eingebaut:

Als nächstes habe ich die Lampe für das Nichtraucher-Abteil mit Kupferlackdraht realisiert. Damit man möglichst wenig sieht, werden die Leitungen in den Ecken der Räume festgeklebt.

Die Drähte so parallel zu verlegen hat mich nicht überzeugt, es ist zu schwierig, das wirklich parallel hinzubekommen.
Für das Raucherabteil mit seinen drei in Reihe geschalteten LED habe ich dann die Leitungen verdrillt:

Das sieht meiner Meinung nach am Besten aus und läßt sich wesentlich leichter verlegen. Da ich für die drei Lampen keine drei Buchsen verwenden wollte, werden die in Reihe geschaltet. Hier habe ich mir dann auf Anraten von Franky eine Platine mit zwei Kupferstreifen hergerichtet und in den "Kabelkanal" eingebaut. So ist der Verkabelungsaufwand minimiert:

Leider kann ich euch noch nicht zeigen, wie die Lampen leuchten, da muss ich mir erst noch einen Adapter für die Decoderbuchse bauen. Das muss ja auch ohne Decoder zum Testen gehen.
Danach habe ich die vier Verbindungsstecker mit Cyanacrylat Gelkleber an der Bodenplatte festgeklebt. Damit kann man die Inneneinrichtung von der Platine abheben und wieder zusammenstecken. So sollte das laut Plan auch sein.
Was jetzt noch fehlt sind die Aussenlampen. Ich habe vor, die beiden Lampen zweiteilig auszuführen. In den Wagenkasten kommt der Lampenkörper aus Plexiglas, die Dioden möchte ich am Rahmen der Inneneinrichtung befestigen. Ich hoffe, ich kriege das hin ohne dass sich der Lampenschein den Weg nach innen bahnt.

14. Juli 2020  Beleuchtung Teil 4

 

Hallo zusammen,
heute habe ich mich zuerst um die Außenbeleuchtung gekümmert. Wie im letzten Bericht schon angemerkt, möchte ich die zweiteilig ausführen, damit die Inneneinrichtung inklusive der Außenlampen herausnehmbar ist. Hierzu habe ich mir aus schwarzem Delrin eine "Verteilerdose" gedreht, der Lichtschein soll ja nicht durchkommen. Außendurchmesser 4 mm, Gesamtlänge 3 mm und eine Bohrung 1,5 mm tief mit 2,5 mm zur Aufnahme der Leuchtdiode. Dann fehlt noch die seitliche Bohrung zur Durchführung der beiden Kupferlackdrähte zur Diode. Leider habe ich kein Foto davon, ich hoffe, ihr wisst trotzdem was ich meine! Damit ich die Dose einbauen konnte, musste ich an der Position der Lampe an den Seitenwänden des Wagenkastens eine 3mm Bohrung einbringen, damit der Lichtschein hier nach außen durchkommt. Die Bohrung von 3 mm kommt dann auch in die beiden äußeren Polystyrol-Rahmen der Inneneinrichtung. Dort wird innen die Lampendose eingeklebt.
Als "Außenlampe" habe ich einen 4,8 mm Durchmesser Messingring mit 3 mm Bohrung gedreht und als "Lampe" einen polierten Plexiglas-Einsatz. Hier habe ich es einfacher, weil ein Foto davon vorhanden ist:

Ein Foto der Außenlampe am Wagenkasten habe ich auch noch:

Die Lampe ist nur für's Foto aufgelegt, die klebe ich erst am fertig lackierten Wagen an.

Jetzt musste ich "nur noch" die beiden 603er Leuchtdioden bedrahten und in die Verteilerdose einbauen. Hier ein paar Tipps für die Verwendung von solchen kleinen SMD Leuchtdioden:
Nach dem Anlöten gebe ich einen Tropfen Superkleber auf die Lötstellen, damit diese stabilisiert werden und sich nicht mehr ablösen können
Unbedingt nach jedem Arbeitsgang eine Funktionsprobe durchführen!
Unnötiges Handling der beiden Drähte entgeht man, wenn man die Zuleitung verdrillt. Ausserdem hält dann der Cyanacrylat-Kleber beim Festkleben der Drähte in der Inneneinrichtung besser!
So habe ich dann auch die beiden Zuleitungen für die Außenbeleuchtung an den Wänden der Inneneinrichtung verlegt und festgeklebt. Das gilt auch wieder für die Miniaturstecker, die ich mit Gelkleber an der Inneneinrichtungs-Bodenplatte festgeklebt habe. Zur Vermeidung von Verpolungsfehlern (ich benutze ja Dioden) immer wieder testen!
Das Ganze ist aufgrund der teilweise sehr kleinen Teile ein ziemliches Geduldsspiel, aber es rentiert sich.
Jetzt habe ich die ganze Konstruktion in den Wagen eingebaut und den Wagen zusammengeschraubt. Es hat alles gepasst und die Lampen haben alle geleuchtet. Was sagte Hannibal Smith vom A-Team immer? "Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!"
Als nächstes habe ich mit Pinsel und Farbe einige Fehlstellen ausgebessert und neu hinzugekommene Teile wie den Lampenträger für den Dienstraum lackiert. Dann waren die Sitzbänke dran. Hier musste ich manchmal noch ein wenig schnitzen, um die Kabel hinter den Bänken verschwinden zu lassen. Ein weiterer Gag sind die beiden Notbremshebel im Raucherabteil. Von den Steckern ist nach eingebauter Inneneinrichtung nichts mehr zu sehen. Nachdem ich die Inneneinrichtung mit Fahrgästen versehen habe, sieht das dann so aus:

Man sieht eigentlich nicht mehr, dass das ein Prototyp und Erprobungsträger war, oder? Ich hoffe allerdings, dass die weiteren Inneneinrichtungen jetzt schneller zu realisieren sind!
Eins möchte ich euch noch zeigen: Es bleibt ja die Frage der Stromabnahme, die möglichst unsichtbar sein soll. Wenn die Platine mit Inneneinrichtung auf das Fahrgestell aufgesteckt ist, sieht der Unterboden so aus:

Es ist nur die (noch) weiße Isolierung und die Aufnahme für den 0,3er Phosphorbronzedraht zu sehen. Die Stromabnahme an den Rädern kann ich aber erst nach dem Lackieren und dem Einbau der Achsen ausprobieren. Eins funktioniert aber schon:
Die Stromleitung bis zu den Lampen. Ich muss jetzt endlich den Wagen lackieren, damit's weitergehen kann. Das war's für diesmal.

29. September 2020  Innenbeleuchtung Teil 5

 

Hallo zusammen,
seit Mitte Juli habe ich keinen Bericht mehr geschrieben, es gab sehr viel zu tun, nicht nur in der Werkstatt. Es gab ein paar Probleme an der Beleuchtung, die gelöst werden mussten und dazu hatte ich wegen des schönen Wetters keine große Lust. Aber jetzt geht's weiter!
Inzwischen steht der zweite Wagen kurz vor der Fertigstellung. Er wird die in Teil 4 gezeigte Inneneinrichtung bekommen und ist mittlerweile auch mit dem Funktionsdecoder bestückt. Die Einstellung des Decoders wird ein Freund machen, man kann nicht alles können ! Da ich ja eine 8-polige Buchse und eine einzelne für den violetten Draht auf der Beleuchtungsplatine habe war der Einbau kein Problem. Man muss nur darauf achten, dass die Polung stimmt. Der orange Draht (AUX3) am Stecker des Decoders muss sich links hinten befinden. Jetzt sieht das so aus:

Ein Foto der funktionierenden Beleuchtung kann ich wegen der fehlenden Programmierung des Decoders noch nicht machen, ich habe mir jedoch einen Adapter gebaut, mit dem ich analog alle Lampen zur Funktionsüberprüfung gleichzeitig einschalten kann:

Damit habe ich die beleuchtete Inneneinrichtung für den dritten Wagen mit 15 V aus dem Labornetzgerät getestet, das sieht dann so aus:

Ich finde, der Aufwand hat sich gelohnt, oder? Das wär's für heute, im nächsten Bericht werde ich genauer über die "Produktion" der Lampen und der geänderten Montagereihenfolge aufgrund der Erfahrungen beim Prototypen berichten.´

 

4. Januar 2021  Beleuchtungs-Evolution und -bastelei

 

Hallo zusammen,
bei der Beleuchtung mit Dioden (in meinem Fall die SMD Dioden 0603 Super Golden) hat mich zum Schluss immer die etwas fummelige Bedrahtung genervt. Jetzt habe ich eine andere Lösung für die Lichtleiste mit historischen Lampen gefunden:
Ich verwende nicht mehr das EVERGREEN U-Profil mit 5,3 mm Breite, sondern ein Doppel-T-Profil mit gleicher Breite. Da kann ich oben und unten dann eine SMD Platine mit drei Leiterbahnen einkleben und habe die Möglichkeit, weitere Beleuchtungsoptionen zu realisieren. Ein weiterer Vorteil: Während ich früher wie schon früher gezeigt die Lampen vorher zusammenbauen musste, kann ich jetzt die Dioden direkt auf die Leiterbahn löten und den Lampenkörper vor dem Lackieren mit auf die Lichtleiste kleben:


Jetzt grundiert:

Dabei muss man natürlich das Innere des Lampenkörpers mit Diode beim Lackieren abdecken und danach innen schwarz streichen, um Durchscheinen des Lichts zu vermeiden.
Jetzt zu meiner Bastelei:
Der CL12 verfügt ja über einen Dienstraum, den ich wie bei den anderen CL12 auch, mit einer separaten Lichtleiste und Deckenleuchte versehen habe. Zusätzlich hat der Dienstraum ein Freelance Arbeitsmöbel bekommen. Der Zugführer muss ja auch seinen Kram erledigen können. Da kam mir die Idee, auch eine Arbeitsleuchte für den Schreibtisch zu installieren.
Dazu habe ich dazu im rechten Winkel eine weitere Platine an den Leiterbahnen der Lichtleiste angelötet, am anderen Ende mit einer LED versehen und einen "Lampenschirm" aus einem Polystyrol Profil 2x2 mm gebaut. Die Arbeitsleuchte ist mit der Deckenleuchte parallel verbunden. Für die Diode habe ich dann mit einem 1,5mm Bohrer Platz geschaffen ohne durchzubohren. Gleichzeitig habe ich an der Rückseite des Arbeitsmöbels eine Nut für die Platine eingeschnitten, damit die Platine Platz hat.

Um das Durchscheinen der Leuchte zu vermeiden und ein realistisches Leuchtbild zu erreichen habe ich die Arbeitsleuchte erst grundiert und dann mit schwarzer Farbe bis auf einen kleinen Bereich unten gestrichen. Im eingebauten Zustand sieht es von oben so aus:

Die Arbeitsleuchte sieht man auf diesem Bild am Besten:

Und jetzt mal beleuchtet:

Ich danke Franky für seine Anregung, doch mehr Platinen zu verwenden, das war eine erste Umsetzung davon! Ich hoffe, der Bericht hat euch Spaß gemacht und vielleicht auch zum Nachmachen animiert. Das war’s für heute wieder!

 

3. Dezember 2020  Weiter geht’s mit dem Pwl

 

Zum fertigen Lokalbahnzug fehlen jetzt noch zwei Wagen. Da ich den Lokalbahnzug-Bericht auch bald abschließen will, bleiben noch ein CLbay11/12 und der Pwl02. Fertig gelötet sind ja beide, jetzt geht es noch an die Beleuchtung und das Lackieren. Beim CLbay11/12 ist das wie bei den fertigen Wagen, beim Pwl kann ich wegen der offenen Türen aber die Platine so wie gehabt nicht verwenden, das wird dann zu hoch. Als weiteres "Problem" kommt dazu, dass beim Pwl anstelle der Toilette das Dienstzimmer des Zugführers liegt und dort der Decoder keinen Platz hat.
Der Pwl soll drei separat schaltbare Lampenkreise haben:
- Die Plattformlampen
- Das Dienstzimmer
- Die Innenbeleuchtung
Darüber hinaus muss der Decoder im Frachtraum Platz bekommen und nach wie vor die Schnittstelle haben. Ebenso sollen die Stromabnehmer die gleiche Position im Chassis wie bei den CL's einnehmen. Das sind einige Dinge, die da gelöst werden müssen.
Als erstes habe ich mir die Platine vorgenommen. Ich brauche ja statt fünf Anschlüssen nur drei. Drei liegen alle um die Decoderbuchse herum. Also habe ich als erstes eine Platine genommen, das obere Ende mit der Decoderbuchse abgeschnitten und ein paar Verbindungen zusätzlich eingebracht.
Die Platine möchte ich auf der dem Dienstraum gegenüberliegenden Seite montieren. Hierzu musste ich erst mal eine Möglichkeit finden, die Platine gegenüber der Bodenplatte zu isolieren. Dazu habe ich eine 0,3 mm Polystyrolplatte zurechtgeschnitten. Die Platine habe ich dann mit zwei M2 Schrauben und auf der Grundplatte festgelöteten Muttern befestigt. Hier ein Foto davon:

Die beiden "Kabelstränge" mit den Miniaturbuchsen dienen später zum Anschließen der Stromabnehmer. Die Platine werde ich mit einer Stufe vom Boden aus kaschieren und den Decoder mit einer Transportkiste tarnen.
Auf dem nächsten Bild sieht man den Kabelkanal für die Stromversorgung. Ich habe das im Sandwichverfahren mit 0,8er Polystyrolplatten aufgebaut. Darauf wird dann als letzte "Schicht" eine mit Echtholz beplankte Polystyrolplatte kommen. Wie ich die dann befestige, muss ich mir noch überlegen. Zusammenkleben geht nicht, weil ich sonst nicht mehr an die Stromversorgungskabel komme.

Damit ich die Holzbeplankung richtig einbringen kann, muss erst der Dienstraum gebaut werden. Auch das habe ich mit Polystyrolplatten getan. Der Dienstraum verfügt über eine Tür mit Scharnierimitation und Fenster, dünnen Gitterstäben (gab's bei Petau) und einer Inneneinrichtung mit Arbeitsplatte und Aktenschrank. Damit habe ich dann auch endlich den Einsatzort für meinen Zugführer mit Stuhl, den ich mir als letztes von Hauser beschafft habe. Mit einem Holzboden aus original Rolls Royce Furnierresten (aufgrund meiner Tätigkeit bei dem bekannten Münchner Automobilhersteller hatte ich da Zugriff auf die Abfallkiste ) sieht das schon mal recht gut aus.

Und damit geht es dann morgen weiter. Die Klärung der Beleuchtung für den Pwl musste vor dem Lackieren geschehen, weil ich nicht mehr am fertigen Modell bohren wollte. Das sollte aber jetzt auch geregelt sein.

22. Januar 2021  Auf der Zielgeraden

 

Hallo zusammen,
der Lokalbahnzug und damit auch dieser Bericht gehen langsam dem Ende zu. Heute berichte ich über die Fertigstellung meines Pwl mit dem Zusammenbau und der Installation der letzten Teile für die Beleuchtung. Wie ich in einem der früheren Berichte schon geschrieben habe ist der Einbau der Beleuchtung und das Verstecken der Platine bei einem Packwagen nicht so einfach. Ich hatte daher eine der Platinen abgeschnitten und im Gepäckraum plaziert, weil der Decoder ja im Dienstraum keinen Platz hat. Durch den flachen Laderaum musste ich auch eine andere Möglichkeit finden, die Stromabnehmer zu installieren. Diese mussten nun so flach sein, dass sie unter dem Boden des Gepäckraums Platz finden. Daher habe ich eine mehrschichtige Polystyrol Grundplatte gebaut, die die Zuführungskabel und die Halter der Stromabnehmer aufnehmen kann:

Kabelkanal und Stromabnehmer mit Halter

Die Stromabnehmer konnte ich nicht wie bei den anderen Wagen mit M1,6er Schrauben befestigen, sondern musste sie wegen der geringen Bauhöhe direkt in die Halter einlöten und diese mit Sekundenkleber dann in der richtigen Position auf der Polystyrol-Grundplatte einkleben. Die Anschlussdrähte sind auch direkt auf die Haltebuchsen gelötet, die Halter selbst sind gegenüber dem Metallgehäuse mit den weißen Kunststoffbuchsen isoliert. Die losen Kabel und Stecker sind mit einem Streifen Tesafilm fixiert und schließt auch den Kabelkanal.

Eingebaute Halter, Kabelkanal abgedeckt

Jetzt war es Zeit, die Inneneinrichtung zu montieren und einen ersten Beleuchtungstest mit Dekoder durchzuführen. Der Test verlief positiv!

Beleuchtungstest

Wie auf dem Bild zu sehen ist, ist der Dekoder noch ungetarnt. Da der Dekoder ja im Dienstraum keinen Platz hat und ein Gepäckwagen sonst nur aus dem Gepäckraum besteht, blieb eigentlich nur eine Möglichkeit: Eine Transportkisten-Attrappe zu bauen, in der der Dekoder samt Schnittstelle Platz hat. Die Transportkisten-Attrappe sollte auch die Stufe kaschieren, die zur Tarnung der Platine dient. Der Aufbau der Kiste sollte aus Karton mit einer Beplankung aus Echtholz-Leisten bestehen. Nachdem ich die groben Außenmaße festgelegt hatte, war eine Abwicklung zum Ausschneiden recht schnell mit Corel Draw gezeichnet:

Transportkiste_Abwicklung

Jetzt noch die Abwicklung auf einen etwas stärkeren Karton gedruckt, ausgeschnitten und zusammengeklebt:

Vor der Beplankung habe ich noch eine Stellprobe am Wagen durchgeführt und auch überprüft, ob der Dekoder auch Platz hat. Dies war der Fall:

Nun konnte ich die Transportkisten mit kleinen Holzleisten so beplanken, dass diese wie zwei separate Kisten aussehen. Die fertige Kiste tarnt nun Schnittstellenbuchse, Dekoder und seine Kabel perfekt.

Damit ist die Inneneinrichtung mit Beleuchtung soweit fertig und der Wagenkasten kann aufgesetzt werden. Natürlich kommen zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere Kisten, evtl. ein Fahrrad und ein paar Fässer als Ladegut in den Wagen, die muss ich aber erst noch beschaffen. Der Pwl macht sich aber auch jetzt schon recht gut in der Vitrine.

Der Pwl in der Vitrine, leider spiegelts ein bisschen!

Weitere Bilder gibt's dann, wenn alle Wagen fertig sind! Das wär's dann wieder für heute, ich wünsche allen ein schönes Wochenende.

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